Grußwort

Im Gespräch mit der Galeristin Anna-Donata Freifrau von Lerchenfeld

Frau von Lerchenfeld, wie kann man sich die Arbeit einer Galeristin vorstellen?

Die Arbeit ist sehr vielfältig. Zunächst bin ich immer wieder im Gespräch mit den Künstlern, die wir exklusiv vertreten: Andreas Felger und Eberhard Münch. Seit vielen Jahren stehen wir in Verbindung. Ich treffe mich mit den Künstlern meist in deren Ateliers, verfolge ihre Entwicklung, wähle mit ihnen zusammen Bilder aus, die sich für eine Präsentation in unserer Galerie oder auf einer externen Ausstellung anbieten. Oft entsteht im persönlichen Gespräch dann auch die Konzeption für eine Ausstellung – oder im Anschluss auch neue Bilder. Darüber hinaus beobachte ich den Kunst-Markt, bin ich immer auf der Suche, nach neuen, interessanten Malern.

Und dann gilt es natürlich die Bilder zu präsentieren. Zwischen 20 und 30 Ausstellungen pro Jahr organisieren wir im deutschsprachigen Raum.

A. Lerchenfeld und J. Habedank

Anna-Donata Freifrau von Lerchenfeld auf einer Vernissage mit dem Künstler Jörgen Habedank

Gibt es bestimmte Kriterien, nach denen Sie Bilder für die Galerie aussuchen?

Natürlich muss, wenn wir mit neuen Künstlern im Gespräch sind, das künstlerische Œuvre unseren Vorstellungen entsprechen, deren Arbeit die qualitativen Ansprüche, die wir uns gesetzt haben, erfüllen.

Wenn ich Bilder aussuche, die ich ausstellen möchte, ist immer ein großes Stück Intuition dabei - die Erfahrung, die ich über viele Jahre sammeln konnte, ist eine gute Basis.

Wie lange sind Sie schon für die Präsenz-Galerie tätig?

Im Jahr 1995 habe ich in Gnadenthal angefangen, 1996 dann in der Galerie zunächst zusammen mit einem Kollegen. Seit 2002 bin ich alleine für die Arbeit der Galerie verantwortlich, seit Herbst 2005 außerdem Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtbetriebes Präsenz Kunst & Buch.

Sie strahlen Begeisterung aus. Was motiviert Sie für Ihre Arbeit, was ist das Besondere daran?

Am schönsten ist der Kontakt zu den Menschen. Die Gespräche mit den Künstlern und unseren Kunden, der Austausch über Bilder – das ist sehr bereichernd. Ein Bild ist ja etwas sehr persönliches - ein Lebensbegleiter. Wenn ich es täglich an der Wand sehe, kann es meine Stimmung heben oder senken. So ist es immer wieder sehr spannend, herauszufinden, welche Künstler und welche Bilder die Menschen erreichen. Kunst ist sehr oft ein Türöffner.

Und dann ist es immer wieder ein Erlebnis – manchmal auch ein Abenteuer – eine Ausstellung zu planen und durchzuführen. Vor Ort, in den Ausstellungsräumen, entstehen die Reihenfolgen und Platzierungen der Bilder, immer abgestimmt auf den jeweiligen Raum.

Oft muss dabei viel improvisiert werden, klappt nicht alles auf Anhieb. Das ist dann eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Ich bin viel unterwegs. Viele tausend Kilometer im Jahr, von Flensburg bis an den Bodensee oder auch in der Schweiz. Es gibt viel zu erleben.

Wenn ich ein Bild erwerben möchte, wie kann ich mir das vorstellen? Geht das per Telefon?

Ich nehme mir immer die Zeit für ein ausführliches Beratungsgespräch. Wenn Sie ein bestimmtes Bild schon im Blick haben, etwas, was Sie irgendwo gedruckt oder in einer Ausstellung gesehen haben, wenn sie sich fest dafür entschieden haben, dann kann man natürlich auch am Telefon schon eine Menge klären. Oftmals gibt es gerade dieses Bild dann aber schon nicht mehr. Es handelt sich ja um Unikate. Manchmal gibt es aber etwas ähnliches, das ich vorschlagen kann. Aus meiner Erfahrung ist es allerdings immer besser, wenn man sich die Zeit für einen Besuch in einer unserer beiden Galerien nimmt. Ein Original ist etwas ganz besonderes und seine Wirkung ist niemals mit einer Reproduktion vergleichbar. Das muss man direkt anschauen können, vielleicht auch mit anderen, ähnlichen oder ganz anders gearteten Bildern vergleichen. Es muss eine Beziehung zwischen dem Bild und dem, der es erwerben möchte, entstehen.

Im Gespräch klären wir zum Beispiel, wo genau das Bild später in der Wohnung oder in den Firmenräumen hängen soll. Meist stellen wir verschiedene Bilder auf, die nach einer ersten Sondierung in Frage kommen auf. Und dann lasse ich den Besuchern Zeit, sich mit den Bildern zu beschäftigen und in Ruhe zu entscheiden. Manchmal geht das ganz schnell und der Funke springt sofort über und manchmal braucht es ein wenig Zeit. Da gibt es keine festen Abläufe. Der Kunde steht im Mittelpunkt.

Was kostet ein Original?

So pauschal kann man das nicht sagen. Original Holzschnitte von Andreas Felger, die meist in Auflagen von 25 bis 100 Exemplaren gedruckt wurden, kosten zwischen 100,– und 1.100,– Euro, je nach Größe, Auflage und Farbigkeit des Motivs. Aquarelle beginnen bei ca. 700,– Euro, Ölbilder bei ca. 2.500,– Euro. Natürlich gibt es von Künstler zu Künstler Preisunterschiede. Man kann sagen, dass die Preise für Originale verschiedener Künstler zwischen 100,– und 3.000,– liegen. Ausnahmen bestätigen die Regel…

Dazu kommen die Kosten für die Rahmung.

Die Rahmen machen Sie auch?

Nein (lacht), ich selbst nicht. Das ist die Aufgabe von Karin Kilian, die seit fünfzehn Jahren in unserer Rahmenwerkstatt hervorragende Arbeit leistet. Sie berät eigenständig, manchmal auch mit mir zusammen, schlägt passende Leisten, Passepartoutgrößen und Glas-Arten vor. Außerdem ist sie auf die Restaurierung von Papieren und Bildern spezialisiert. Gerne rahmen wir auch die von unseren Kunden mitgebrachten Bilder – und nicht nur Originale. Wir haben eine große Auswahl von Leisten und fertigen jeden Rahmen individuell an. Dabei steht natürlich absolut im Vordergrund, dass das Bild seine Wirkung voll entfalten kann.

Frau von Lerchenfeld, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Aktuelles 30.07.2010

  • Ausstellung - Uwe Appold

    Urkraft der Natur - neue Werke von Uwe Appold
    Ausstellung vom 28. Mai bis 26. August 2010

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch! mehr



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